Es ist eine Geschichte über Insiderwissen, Verrat und das Leben in purem Luxus. Ich stelle dir vier Personen vor, deren feindliche Übernahmen dir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Du erhälst Einblicke in die Wall Street der 80er Jahre. Wer ist der wahre Gordon Gekko? Beruht der Film Wall Street auf wahre Begebenheiten? Dieser Artikel wird das Beste sein, was du heute gelesen hast. Glaube mir.

Wall Street – Die Handlung in 30 Sekunden erklärt!


Video: Wall Street Trailer von Oliver Stone. Eine der zentralen Fragen des Films lautet: Ist Gier gut?

Bud Fox ist jung und hungrig nach Geld. Als Börsenmakler bei Jackson Steinem telefoniert er täglich mit Bestandskunden und potentiellen Neukunden, um ihnen Aktien zu verkaufen. Der Druck ist so hoch, dass er für Verluste der Kunden einspringen muss und 7.000 US-Dollar verliert.

Sein Entschluss steht fest, er möchte ganz oben mitspielen. Täglich ruft er bei Gordon Gekkos Vorzimmerdame an und bittet um einen Termin. Als sein sehnlichster Wunsch endlich wahr wird, setzt ihm Gordon Gekko die Pistole auf die Brust. Bud Fox soll ihm etwas erzählen, was noch niemand weiß. Es beginnt das Spiel mit dem Feuer und Fox wird immer tiefer in die Sache hineingezogen.

Portrait von Michael Douglas als Gorden Gekko im Film Wall Street.

Bild: Gordon Gekko verkörpert den Kapitalisten schlechthin und Bud Fox den Antikapitalisten. Für seine Rolle erhielt Michael Douglas einen Oscar und spielte im zweiten Teil von Wall Street Money Never Sleeps erneut die Hauptrolle. Quelle: Trademy

Gordon Gekko handelt nicht nach Chartsignalen! Er entscheidet mithilfe von Insiderinformationen. Das geht auch für beide Parteien eine Weile lang gut. Bud Fox und Gordon Gekko verdienen viel Geld und Bud ist dort angekommen, wo er immer sein wollte. Als er Gordon vorschlägt, die unter Preisdruck leidende Fluglinie Bluestar zu übernehmen, nimmt die Handlung eine tragische Wende.

Gordon Gekko lässt sich auf den Deal ein, strebt aber entgegen dem Einverständnis von Bud eine Zerschlagung der Airline an. Als Bud Fox das Vorhaben durchschaut führt er Gekko in eine Falle und rettet Bluestar.

Die Börsenaufsicht ist Bud Fox bereits auf die Schliche gekommen und klagt ihn an. Für Strafminderung verrät Fox seinen Meister und bringt ihn somit geradewegs ins Gefängnis.

Die wichtigsten Charaktere aus Wall Street:

  • Michael Douglas als Gordon Gekko: Gordon Gekko ist ein skrupelloser Finanzhai oder Corporate Raider, der sich in Unternehmen einkauft, um diese im nächsten Schritt zu zerschlagen. Für seine Rolle in Wall Street erhielt Michael Douglas den Oscar als Bester Hauptdarsteller.
  • Charlie Sheen als Bud Fox: Bud ist Börsenmakler bei Jackson Steinem. Im Verlauf des Films wird er zum Handlanger von Gordon Gekko und muss sich später wegen Insiderhandel verantworten. Vorher geht er einen Deal mit der Börsenaufsicht ein und bringt Gordon Gekko ins Gefängnis. Die Airline Blustar rettet er mit Hilfe von Sir Larry Wildman.
  • Martin Sheen als Carl Fox: Er ist der Vater von Bud Fox und Monteur bei der Airline Bluestar. Zudem vertritt er als Gewerkschafter die Mitarbeiter von Bluestar, was ihm in Film zu einer wichtigen Person macht.
  • Daryl Christine Hannah als Darien Taylor: Sie erhielt 1988 die goldene Himbeere für die schlechtes Nebendarstellerin im Film Wall Street. Im Blockbuster von Oliver Stone spielt sie die Freundin von Bud Fox und die Geliebte von Gordon Gekko. Später bereute Stone die Besetzung durch Daryl Christine Hannah.

Gordon Gekko – Eine Filmfigur mit Bezug zum echten Leben. Greed is good!

Gordon Gekko alias Michael Douglas im Film Wallstreet

Bild: Asher Edelman verwendet in seinen Vorlesungen „Die Kunst des Krieges“ von Sun Tsu als Unterrichtslektüre. Gordon Gekko empfiehlt Bud Fox das Buch zu lesen. Parallelen zu Asher Edelman sind vorhanden, aber war er wirklich das Vorbild für Oliver Stone?

Oliver Stone gehört zu den besten Regisseuren der Welt. Er tut nichts ohne Grund. So widmete er die Figur des Lou Mannheims seinen Vater, denn dieser war an der Börse als Broker tätig.

Im Film verkörpert Gordon Gekko das Böse. Den skrupellosen Spekulanten, dem nur das Geld wichtig ist. Doch dahinter steckt in der Tat etwas mehr. Gekko kaufte Unternehmen auf, die im Begriff waren bankrott zu gehen. Würde sich diesen Unternehmen niemand annehmen, würden die Mitarbeiter ihre Jobs verlieren.

Was Gordon Geckos Beweggründe waren, nach welchen Vorbildern die Filmfigur erschaffen wurde und wie deren Geschichte im Film Wall Street eingebaut wurde, erfährst du in den nächsten zwanzig Minuten.

Die besten Zitate aus dem Film Wall Street:

  • Portfoliomanager sind Schafe und Schafe werden geschlachtet.
  • Wenn du einen Freund brauchst, kauf dir einen Hund. [Soll Carl Icahn zu einem Mitarbeiter von TWA gesagt haben]
  • Wenn dir dein Feind überlegen ist, geh‘ ihm aus dem Weg! Ist er zornig, reize ihn! Und wenn er ebenbürtig ist, kämpfe! Und falls nicht, teile mit ihm und fang von vorne an!
  • Ich gehe nicht mit einer Hure ins Bett, also wache ich auch nicht neben einer Hure auf.
  • Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Liquidität. Wenn du nicht genug hast, kannst du auch niemandem ans Bein pinkeln.
  • Gier ist gut! Greed is Good! [Original von Ivan Boesky: Übrigens ist Gier in Ordnung. Ich will, dass ihr das wisst. Ich denke, Gier ist gesund. Man kann gierig sein und dennoch mit sich im Reinen.]
TRADING AUSBILDUNGOnline I >200 Videos I Profis I Value Datenbank

 

Asher Edelman – Investmentbanker und Kunstphilanthrop

Portrait von Asher Edelman. Ist er der echte Gordon Gekko?

Bild: Sieht so ein eiskalter Kapitalist aus? Diente Asher Edelman als Vorbild für Gordon Gekko? Quelle: Trademy

Ein Kunstliebhaber mit einer Swatch am Handgelenk, die nicht mehr Wert als 60 US-Dollar sein dürfte, soll als Vorbild für den gerissenen und skrupellosen Gordon Gekko aus Oliver Stones Meisterwerk Wall Street sein? Der Schein trügt!

„Wenn er angriff, säte er Panik. Wo er zustach, wurden Sesselfurzer bleich. Und wenn er sich ein Ziel setzte, ging er mit dem Kopf durch die Wand: Asher Edelman gilt als einer der gefürchtetsten «Corporate Raider» der achtziger Jahre.“ So beschreibt ihn die Schweizer Handelszeitung. Klingt doch schon mehr nach Wall Street, oder?

Asher Edelman – Sein Leben in wenigen Worten

Asher Edelman ist Corporate Raider und Kunstliebhaber.

Bild: Asher Edelman in einem Interview. Er unterstützte Sanders im Wahlkampf und spricht sich offen gegen Trump aus.. Wirtschaftspolitisch ist er näher an Sanders dran. Quelle: Screenshot aus einem Youtube-Video

Eigentlich mag ich keine Biografien. Doch der Lebenswandel von Asher Edelman ist wirklich spannend. Ich empfehle dir deshalb dringend, den kompletten Artikel zu lesen. Es lohnt sich, glaube mir.

Geboren wurde Asher Barry Edelman als Sohn eines Immobilien Investors am 26.11.1939 in New York. Seinen Wirtschaftsstudium absolvierte er an einer privaten Hochschule, dem Bard College. Dort war er in bester Gesellschaft. Unteranderem haben Michael Tolkin (Deep Impact), Larry Hagman (Dallas) und Lola Glaudini (Soparnos, Castle, und Criminal Minds) am Bard College ihren Abschluss gemacht.

Karte von NY mit Standpunkt vom Bard College, wo Edelman studierte.

Bild: Das Bard College hat in Berlin ebenfalls eine „Niederlassung“. Ganz nebenbei, meine Mutter wohnt keine fünf Minuten davon entfernt. Was ich nicht alles lerne beim Schreiben von Artikeln für dich. Quelle: Google

Während seiner Zeit am College fing er an Kunst zu sammeln. 1962 zog es Asher Barry Edelman an die Wall Street. Im Übrigen hatte Edelman immer ein gutes mathematisches Verständnis. Eine Eigenschaft, die ihm in den nächsten Jahren helfen würde. Er war im Investment Banking, Money Management und Derivatehandel aktiv. 1969 gründete er Mack, Bushnell & Edelman und wurde zum Geschäftsführer ernannt. Aus ihm wurde der berüchtigte Corporate Raider. Was ein Raider ist und was genau Edelman tat, wird weiter unten im Artikel erklärt.

1988 wurde Edelman Gastdozent an der Columbia Universität. Er lehrte „Corporate Raiding – The Art of War“ und bediente sich der Lektüre von General Sun Tsu „Die Kunst des Krieges“.

Leider sind die biografischen Angaben zu Edelman widersprüchlich. Einige Quellen sprechen davon, dass er 1988 in die Schweiz auswanderte und andere Portale ordnen den Umzug dem Jahr 1990 zu. Ich persönlich glaube, es war 1988. In der Nähe von Lausanne, nämlich drei Kilometer von der Stadt entfernt in Pully, eröffnete der Raider das Kunstmuseum Musée d’Art Contemporain. Ausgestellt wurden Werke Pablo Picasso, Robert Mapplethorpe, Jean-Michel Basquiat und Roy Lichtenstein.

Nicht weit entfernt von Lausanne eröffnete Edelman sein erstes Museum für moderne Kunst.

Bild: In Pully eröffnete der Finanzhai sein Museum für zeitgenössische Kunst. Edelman besitzt indes auch einen Schweizer Pass, denn er lebte mehrere Jahre am Genfer See. Quelle: Google

Eigentlich wollte Edelman nach Frankreich ziehen. Er hatte in Paris ein Apartment. Auf den Wunsch von Yves Paternot dem ehemaligen CEO von Adia, heute Adecco zog es die Wall Street Legende in die Schweiz.

Einige Jahre später, 1995 zog es Edelman zurück nach New York. Er wollte nicht länger ausschließlich Kunst sammeln, sondern auch handeln. Dafür gründete er 2002 die Edelman Arts Inc. und fokussierte sich auf impressionistische Werke aus der Vorkriegszeit.

Zahlreiche Werke bietet Edelmanarts zum verkauf an. Darunter Werke von Andy Warhol und Picasso.

Bild: Aktuell (Oktober 2018) stehen Werke von Andy Warhol, Picasso und vielen großen Namen der Kunstszene zum Verkauf. Quelle: Edelmanarts

Die Wall Street hat ihn scheinbar nie losgelassen, denn 2001 war Edelman an einer spektakulären Übernahme beteiligt, welche leider nicht geglückt ist. Dazu gibt es weiter unten genauere Informationen.

Neben seinem Museum und den Kunsthandel engagiert sich Edelman seit 2009 über die ArtAssure Ltd. in der Finanzierung von Kunst. Ein weiterer Geschäftszweig kam 2014 mit der Artemus AG hinzu. Das Unternehmen verleast Werke an seine Kunden. In der Regel für sieben Jahre.

Du merkst sicherlich, dass Edelman ein viel beschäftigter Mann ist. Neben den hier aufgeführten Tätigkeiten ist er in vielen Gremien aktiv.

So machte sich Asher Edelman an der Wall Street einen Namen!

An der Wall Street nannten sie Edelmann den besten Unternehmensplünderer. Andere bezeichneten ihn als Finanzhai. Normalsterbliche würde solche Spitznahmen als Beleidigung abtun, an der Wall Street wird damit der Respekt bekundet. Wie genau machte sich Edelman einen Namen?

 Leveraged Buyout - Mithilfe von Fremdkapital wird eine Firma übernommen und die Schulden werden über Jahre mithilfe des Cashflows bezahlt.

Beispiel für einen Leveraged Buyout: Die Verschuldung (Net Debt) beträgt vor der Übernahme 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent entsprechen dem Eigenkapitalwert (Equity Value). Der Net Debt und der Equity Value addiert bilden den Unternehmenswert. Ein Finanzhai kommt auf die Idee, die Firma mit der Hilfe von Banken zu übernehmen und macht den Aktionären ein entsprechendes Angebot zum Kauf ihrer Anteile. Diese Stimmen zu und der Kauf wird vollzogen. Das Unternehmen ist nun zu 80 Prozent verschuldet. Was passiert? Die laufenden Einnahmen (Cashflow) werden genutzt, um die Schulden zu begleichen. Der Käufer des Unternehmens kann seine Anteile sofort verkaufen oder warten, bis mit Hilfe des Cashflows die Verschuldung wieder bei 20 Prozent liegt. Das Beispiel Leveraged Buyout zeigt den Ablauf der Übernahme und es wird deutlich, dass ohne die Hinzunahme eigener Mittel komplette Unternehmen gekauft werden können. Eines ist aber sicher, dafür braucht man eine gehörige Portion MUT!!!

Edelman war auf der Suche nach von Krisen gebeutelten Unternehmen. Firmen, deren letzte Stunde geschlagen hat. Mit Hilfe von Bankkrediten oder durch die Emission von Anleihen organisierte er genügend Geld, um das Unternehmen zu erwerben und im zweiten Schritt in seine Einzelteile zu verkaufen. Als Sicherheit für die fremdfinanzierten Mittel wurde das Anlagevermögen des Unternehmens herangezogen. Das können Maschinen oder Gebäude sein. Der Kauf des Objektes der Begierde wurde folglich nicht mit eigenem Kapital, sondern in der Regel zu 90 Prozent mit fremden Geldern durchgeführt. Heute wird diese Strategie nur noch mit bis zu 50 Prozent Fremdkapital umgesetzt. Die Branche ist risikoavers geworden.

Gordon Gekko lässt sich die LBO-Analyse von Teldar Paper geben. Er möchte möglichst viele Anteile am Unternehmen kaufen, um es dann zu zerschlagen. Er argumentiert, dass das Unternehmen seinen 33 Vizepräsidenten Gehälter von jeweils 200.000 US-Dollar bezahlt. Das steht im krassen Widerspruch zum Verlust von 110 Millionen Dollar im letzten Jahr. Durch die fremdfinanzierte Übernahme kann er den Aktionären ein gutes Angebot machen und selbst viel Geld durch den Verkauf der Filetstücke verdienen. Die Belegschaft bleibt dabei auf der Strecke. Auf kurz oder lang wäre das Unternehmen wegen der schlechten Führung sowieso vor die Wand gefahren. Bei Teldar Paper handelt es sich um ein fiktives Unternehmen.

Den bereits geschilderten Umstand macht Gordon Gekko den Aktionären auf der Hauptversammlung von Teldar Paper klar. Das Management macht keinen guten Job, denn es wirtschaftet nur in die eigene Tasche. Das Ziel eines Aktionärs besteht in der Generierung von Gewinnen. Diese Gewinne, kann ihnen Gordon Gekko geben, wenn die Shareholder ihm die Kontrolle über Teldar Paper geben.

In den 80er und 90er Jahren wurde der hier beschriebene Leveraged Buy-out dazu genutzt, um nach der Übernahme das Unternehmen zu zerschlagen und in seine Einzelteile gewinnbringend zu verkaufen. Die bereits erwähnten Gebäude, Maschinen und weitere Anteile des Anlagevermögens oder auch stille Reserven waren unterbewertet, sodass am Ende für den Unternehmensplünderer ein ordentlicher Gewinn raussprang.

Formen des Leveraged Buy-out, kurz LBO:

  • Owner Buy-out: Die Mitgesellschafter übernehmen das Unternehmen.
  • Employee Buy-out: Die Mitarbeiter übernehmen das Unternehmen.
  • Institutional Buy-out: Beteiligungsfirmen übernehmen das Unternehmen.
  • Management Buy-out: Das Management übernimmt das Unternehmen.

Heute gilt Edelman als Pionier des Leveraged Buyouts. In seiner Karriere nahm er sich rund vierzig Firmen vor die Brust, zum Beispiel Datapoint und Canal-Randolph.

TRADING AUSBILDUNGOnline I >200 Videos I Profis I Value Datenbank

 

Asher Edelman LBO scheitert bei Baumgartner Papiers und er behält am Ende doch Recht!

Selten war eine Recherche so spannend, wie die zur feindlichen Übernahme der Baumgartner Papiers Holding durch Asher Edelman. Edelman beteiligte sich über mehrere Jahre mit der Gesellschaft MultiPapiers SA an der Baumgartner Papiers Holding. Die ersten Aktienpakete wurden im ersten Halbjahr 1998 erworben. Bis zum 14. Dezember 2001 besaß die Gruppe 27,3 Prozent an Baumgartner Papiers und machte den restlichen Aktionären ein Übernahmeangebot.

Das Management sprach sich offenkundig gegen den Verkauf an Asher Edelman und seiner MultiPapiers SA aus.

Bild: Das Misstrauen des Verwaltungsrats wird im Schreiben an die Aktionäre sehr deutlich. Die gewählten Formulierungen sind gut durchdacht. Aktionäre, die das Angebot von Edelman annehmen sind offenbar nicht an eine Zukunft und dem Fortbestehen der Baumgartner Gruppe interessiert. Die Worte sollten ihre Wirkung nicht verfehlen, denn die Übernahme missglückte. Quelle: Takeover.ch

In der Übernahmebroschüre wird das Ziel von Edelman deutlich. Wie für einen LBO üblich, werden nach der Übernahme Teile der Aktiva gewinnbringend verkauft. In diesem Fall waren die Immobilien von besonderem Interesse. Das Unternehmen war in den Fokus von Edelman gerückt, weil es der Gruppe wegen der Überproduktion in der Papierindustrie nicht gut ging. Dem Preisdruck sollte durch qualitativ bessere Produkte entgegengewirkt werden.

Einen Strich durch die Rechnung machte Edelman die Waadtländer Kantonalbank, welche mit Pensionskassengeld so viel wie möglich Anteile an Baumgartner kaufte. Teils zu überzogenen Preisen. Der damalige Präsident der Bank war mit dem Unternehmen engverwoben und mit der Geschäftsleitung befreundet. Die Übernahme wurde zwar gestoppt, allerdings wurde wenig später der Präsident der Bank gefeuert. Heute führt er ein Restaurant.

Am Ende behielt Edelman recht und die Aktionäre hätten damals besser das Übernahmeangebot angenommen, denn von den damals 1100 Angestellten sind in Folge der Restrukturierung nur noch um die 219 (Jahr 2007) übriggeblieben. Fast alle Bereiche mussten geschlossen werden. Einzig das Verpackungsgeschäft für die Lebensmittelindustrie blieb bestehen.

Aktienchart von Baumgartner Papiers. Deutlich zu sehen ist der Zeitpunkt der Angebotsabgabe durch Edelman. In den nächsten Jahren schaffte es das Papier nicht mehr an alte Erfolge anzuknüpfen.

Am 08.06.2001 schossen die Aktien von Baumgartner Papiers um 18,87 Prozent in die Höhe. Das Angebot von MultiPapiers lag bei 1100 Franken pro Share. Vom einsetzenden Kursrutsch, nach der gescheiterten Übernahme erholten sich die Papiere nicht mehr. Quelle: finanzen.ch

Asher Edelman und seine politische Einstellung – Trump ist ein Lügner!

Am 08.11.2016 wurde das politische Establishment durch die Wahl von Donald Trump zum 58. Präsidenten der USA erschüttert. Seine gefährlichsten Mitstreiter waren Hilary Clinton und Bernie Sanders. Bereits am 29. April 2015 gab Sanders, der damals parteilos war seine Kandidatur bekannt. Im November desselben Jahres trat er den Demokraten bei. Bevor es zum Schlagabtausch mit Trump kommen konnte, musste er sich gegen die Ehefrau von Bill Clinton durchsetzen. Als Sanders das nicht gelang, unterstützte er öffentlich Hilary Clinton. Sein oberstes Ziel, Trump als künftigen Präsidenten zu verhindern.

Asher Edelman unterstützt einen demokratischen Sozialisten

Edelmann sympathisierte öffentlich mit Sanders und gab in einem Interview mit CNBC bekannt, dass er „ohne Zweifel“ Sanders favorisiere. Eigentlich seltsam, denn Sanders gilt nicht unbedingt als Freund der Wall Street.

Mit diesem Programm wollte Sanders die USA verändern:

  • Finanztransaktionssteuer: Der Kauf von Aktien soll mit 0,5 Prozent besteuert werden. Die neuen Mittel werden zur Abschaffung der Studiengebühren verwendet.
  • Einkommensteuer: Die Einkommenssteuer soll erhöht werden.
  • Mindestlohn: Im ganzen Land soll ein Mindestlohn von 15 USD/Stunde gelten.
  • Steueroasen: Steuerschlupflöcher wollte er schließen und mit den Einnahmen eine Billion Dollar in die Infrastruktur investieren. Dadurch sollten 13 Millionen neue Stellen geschaffen werden.
  • Freihandel: Unternehmen aus Amerika sollen in den USA produzieren. Die Freihandelsabkommen mit Kanada, Mexiko und China sollten zurückgedreht werden.
  • Banken: Die sechs größten Banken der USA möchte Sanders zerschlagen. Die Systemrelevanz macht die Institute zu einem Risiko.

Der Unternehmensplünderer unterstützt öffentlich einen Demokraten mit einem tief sozialen Programm? Vielleicht hätte sich das Edelman selbst nie träumen lassen. Schließlich empfindet er Gordon Gekko heute auch als abstoßend.

Warum sprach Asher Edelman gerade Sanders sein Vertrauen aus?

Sanders wollte die Banken dazu bewegen, wieder Geld zu verleihen und nicht damit zu spekulieren. Die Reichen der Reichen sollten ebenfalls dazu bewogen werden, mehr Geld zu investieren und dadurch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu erhöhen. Edelman hält das für Notwendig, denn er beruft sich dabei auf ein einfaches Makroökonomisches Konzept aus der Wirtschaft – Desto öfter Geld in einer Ökonomie den Besitzer wechselt, desto stabiler ist die Volkswirtschaft.

Trotz der Politik des billigen Geldes befindet sich die Umlaufgeschwindigkeit im freien Fall.

Chart: Die Zentralbanken haben über Leitzinssenkungen und den Ankauf von Anleihen versucht, die Liquidität im Wirtschaftssystem zu erhöhen und somit die Inflation zu steigern. Leider ohne Erfolg, denn die Umlaufgeschwindigkeit befindet sich weiterhin im freien Fall. Quelle: CLSA

Aktuell ist es aber so, dass die Reichen ihr Geld horten und die Armen über ihre Verhältnisse leben. Würde es inflationäre Tendenzen geben, müssten die wohlhabenden Menschen ihr Geld ausgeben, beziehungsweise investieren. Andernfalls wird das Ersparte von Jahr zu Jahr weniger wert sein.

Edelman hat das erkannt und unterstützte aus diesen Grund Bernie Sanders.

Asher Edelman und seine Meinung zu Donald Trump

Der ehemalige Wall Street Titan kennt Donald Trump seit mehr als vierzig Jahren und lässt kein gutes Haar am amerikanischen Präsidenten. Edelman nennt Trump einen Blödmann und betitelt ihn als Lügner. Trotz seines riesen Egos ist Donald Trump ein cleverer Fuchs, so Asher Edelman.

War Asher Edelman wirklich Gordon Gekko?

Ich habe Asher Edelman nie getroffen und kann mir nur mithilfe der Informationen aus dem Internet ein Bild von ihm machen. Auf mich wirkt er sehr kultiviert. Ein Mann von Welt mit einer guten Erziehung. Das Gegenteil von Gekko. Dennoch inspirierte Edelman den Hauptcharakter. Seine guten Anzüge, der ausgesprochen gute Kunstgeschmack und die Übernahme von kränkelnden Firmen. Dinge die ausnahmslos auf Edelman zutreffen.

Für mich persönlich steckt tatsächlich etwas von Edelman in Gordon Gekko.

James Tomilson Hill - Ein Leben für das Investmentbanking

James Tomilson Hill in einem Interview. Scheinbar bediente sich Oliver Stone seinem Erscheinungsbild.

Bild: Die Ähnlichkeit mit Gordon Gekko ist verblüffend. Quelle: Screenshot aus einem Interview von christies.com

James Tomilson Hill oder Tom, wie ihn sein Umfeld nennt, ist wohl die Art von Banker, die Gordon Gekko versucht zu verkörpern. Zumindest das äußerliche Erscheinungsbild wurde ihm scheinbar nachempfunden. Anders als Jordan Belfort ist Hill nicht in die Wall Street hineingerutscht und wurde wieder ausgespuckt, sondern er hat sein ganzes Leben im Bereich Mergers and Acquisitions (Unternehmensübernahmen) gearbeitet.

Was verdient man als Mitwirkender von Unternehmensübernahmen?

Bild: In Frankfurt, Düsseldorf und München werden verhältnismäßig viele Mergers & Acquisitions Specialists gesucht. Bei 40 Wochenstunden verdient der Mergers & Acquisitions Specialist zwischen 40.000 und 100.000 Euro im Jahr. Zwar weit entfernt von dem was James Tomilson Hill verdient, aber ich denke als Einstiegsgehalt kann sich das sehen lassen. Nur bei den 40 Stunden pro Woche wird man wohl Kompromisse machen müssen. Quelle: Gehalt.de

James Tomilson Hill – Seine Biografie in kurzen Zügen

Das Licht der Welt erblickte James im Jahre 1948/1949. Leider gibt es dazu keine genaueren Angaben. Mit privaten Informationen hält sich der Investmentbanker ebenfalls zurück. Bekannt ist, dass er zwei Kinder hat.

Porträt von James Tomilson Hill

Porträt von James Tomilson Hill . Quelle: Trademy

James Tomilson Hill – Mergers and Acquisitions – Firmenübernahmen sind sein Leben

Seinen ersten Job nahm er 1973 bei der First Boston Corporation in New York an. Das Traditionsunternehmen wurde 1932 gegründet und 1990 an die Credit Suisse verkauft. James Tomilson Hill war dort zuständig für den Aufbau der Abteilung Mergers and Acquisitions.

James Tomilson Hill – Karriere bei Lehman Brothers

Danach ging er zu Smith Barney und wurde Head of Mergers and Acquisitions. Anschließend verschlug es ihn 1982 zu Lehman Brothers. Dort legte er in wenigen Jahren eine beachtliche Karriere hin. Er fing an als Partner in der M&A-Abteilung. Später wurde er Head of Mergers and Acquisitions und Head of Investment Banking. Am Ende schaffte er es sogar auf den Posten des Co-CEO.

Lehman Brothers wurde nicht durch den Staat gerettet. Andere Banken wie die HSH Nordbank oder Comerzbank konnten sich in Deutschland auf den Staat und Steuerzahler verlassen.

Chart: Die Finanzkrise in einen Chart dargestellt. Lehman Brothers sprang als erstes über die Klippe und es setzte ein Dominoeffekt ein. Es sollten weitere Banken folgen und die Weltwirtschaft vor einer großen Herausforderung stellen. Quelle: Ariva

James Tomilson Hill – Der Durchbruch bei Blackstone

Nach elf Jahren Lehman Brother wurde es Zeit für etwas Neues. Der Investmentbanker ging zu Blackstone und wurde Vize Head of the Corporate Mergers and Acquisitions Abteilung. Zum Glück, denn wir alle wissen, was 2008/2009 mit Lehman Brothers und der Wirtschaft passierte.

Ab 2000 wurde er Chef von der Hedge Fund Abteilung Blackstone Alternative Asset Management, kurz BAAM und konnte beachtliche Erfolge vorweisen. Aus einem 1,3 Milliarden USD Business im Jahre 2000 wurde unter seiner Leitung am 31. Dezember 2013 ein 56 Milliarden Dollar Geschäft. Der Vorzeige Fonds Blackstone Partners Offshore Fund erwirtschaftete zwischen 2000 und 2012 eine jährliche Rendite von 6,3 Prozent für seine Kunden.

Kein Wunder, dass er 2007 Vize Vorstand des Unternehmens wurde.

James Tomilson Hill und der Fall RJR Nabisco

Barbaren vor den Toren – So heißt eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher. HBO widmete dem Buch eine Fernsehserie. Die Geschichte könnte nicht spannender sein und einer der darin wirkenden Charaktere ist James Tomilson Hill, wenn auch nur als Nebenrolle. Es geht um eine bis dahin noch nie dagewesene Übernahmeschlacht.

TRADING AUSBILDUNGOnline I >200 Videos I Profis I Value Datenbank

 

RJR Nabisco – Erfinder des OREO-Keks befindet sich im Bieterwettstreit

Ross Johnson, CEO von Nabisco wartet im Verhandlungsraum. Gleich werden drei Buchhalter in teuren Anzügen in sein Zimmer treten und ihm ein Angebot für Nabisco abgeben. Die Buchhalter gehörten zu Johnson selbst und sollten das bereits abgegebene Angebot überarbeiten. Es ist der 30. November 1988 und bis 17 Uhr hat der Verwaltungsrat allen Bietern die Chance gegeben, ein Angebot abzugeben. Warum hatten es die Buchhalter von Ross Johnson so eilig? Wer war der andere Bieter? Es war die Beteiligungsgesellschaft Kohlberg, Kravis, Robers & Co, kurz KKR. Die Finanzinvestoren wollten Nabisco um jeden Preis kaufen. Zum Produktportfolio von Nabisco gehörten unteranderem die Oreo-Kekse und die Zigarettenmarke Camel. BOOM!!!

Johnsons Leute haben es tatsächlich in der letzten Minute geschafft. Ihr Angebot lag bei 112 Dollar pro Aktie und das von KKR nur bei 109 Dollar pro Share. BOOM!!!

RJR Nabisco – Johnson hat KKR überboten – Was macht der Verwaltungsrat?

Der Verwaltungsrat entscheidet sich gegen seinen CEO und gibt KKR den Zuschlag. Kravis erschien ihnen glaubwürdiger. Hätten sie nur gewusst, dass sie sich selbst den Todesstoß verpasst hatten.

RJR Nabisco – Die Vorgeschichte zur Entscheidung – Du wirst es nicht glauben!

Ross Johnson hatte eine Vision, er wollte Nabisco von der Börse nehmen. Das dramatische an der Geschichte, er ging ausgerechnet zu Kravis und lies sich von ihm beraten. Johnsons Plan, er wäre bereit 17 Milliarden Dollar für das Unternehmen zu bezahlen. Das wären 75 Dollar pro Aktie. Kravis empfahl Johnson die Übernahme durch die Aufnahme von übermäßig viele Fremdkapital zu stemmen. Leveraged Buy Out! Mithilfe des Cashflows sollte Nabisco die schwere Schuldenlast wieder verringern. Für Ross Johnson war der Ansatz nicht ganz der Richtige. Er suchte einen anderen Berater auf.

Kravis machte jetzt etwas, womit Johnson wahrscheinlich nicht gerechnet hätte. Er gab selbst ein Angebot über 20 Milliarden Dollar ab. Damit war die Bieterschlacht eröffnet und worin sie gipfelte, wissen wir! Kravis ging am Ende als Sieger hervor!

Moment – War Kravis wirklich der Sieger im Übernahmepoker um Nabisco?

Henry Kravis sein Vorgehen suchte zu dieser Zeit seines gleichen. An der Wall Street kannte nun jeder KKR und die Beteiligungsgesellschaft hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Allerdings heißt es, dass sich KKR nie von der überteuerten Übernahme erholen konnte. Aus Nabisco habe die Gesellschaft nicht mehr als den Kaufpreis rausholen können. Heute gibt es Nabisco nicht mehr.

James Tomilson Hill und sein Vermögen – Er ist Milliardär!

/
Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Vom Tief Anfang 2009 erholte sich der Aktienkurs der Blackstone Gruppe relativ schnell.

Chart: Der Kurs von Blackstone hat sich nach der Finanzkrise gut erholt. Damals notierte ein Anteil bei unter fünf Euro. Heute sind es über 30 Euro. Kaufen wenn die Kanonen Donnern – Die Börsenweisheit trifft genau ins Schwarze. Quelle: Ariva

Das Vermögen von Tom beläuft sich auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar (Stand 2018). Zum großen Teil tragen die 17,4 Millionen Aktien an Blackstone zu seinem Vermögen bei. Zum aktuellen Kurs vom 06.10.2018 besitzt sein Aktienpaket einen Wert von 649.264.964 US-Dollar.

Seine Kunstsammlung umfasst Werke von Rubens, Francis Bacon und Andy Warhol. Der Gegenwert liegt bei über 500 Millionen Dollar.

War James Tomilson Hill wirklich Gordon Gekko?

Sowohl Gordon Gekko als auch James Tomilson Hill waren Corporate Raider mit zurückgegelten Haaren und einem Faible für Kunst. Wie auch Gekko war er an zahlreichen Übernahmeschlachten beteiligt. Nur war es nicht die Fluggesellschaft Bluestar sondern Nabisco.

Wie James später noch anmerkte, hat er im Gegensatz zu Edelman nie Oliver Stone persönlich kennengelernt. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt, dass Stone ihn wahrscheinlich nicht kennt.

Carl Icahn – Bluestar war in Wirklichkeit TWA

Carl Icahn gilt als Vorbild für Gordon Gekko. Doch in Wahrheit übernahm er durch die Hilfe der Gewerkschaften TWA (Bluestar)

Bild: Carl Icahn ist Milliardär und war zwischen dem 22. Dezember 2016 und 18. August 2017 Sonderberater des Präsidenten Donald Trump für die Regulierungsreform. Quelle: Screenshot Youtube aus einem Interview mit Bloomberg.

Carl Icahn war ein Corporate Raider. Seine Story um die Fluglinie TWA inspirierte Oliver Stone für den Film Wall Street. Ich kann dir auch hier nur eine Sache sagen, lese unbedingt weiter, es wird dir vor Spannung der Atem wegbleiben.

Carl Icahn - Bieterschlacht um Trans World Airline eröffnet!

Im Spiel der Spiele standen sich Frank Lorenzo, Chef von Texas Air und Carl Icahn gegenüber. Icahn hatte in wenigen Monaten ein Drittel der TWA-Shares erworben und den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot von 18 US-Dollar gemacht. Lorenzo bot 23 Dollar pro Stück an.

Die Bieterschlacht fiel zu Gunsten von Lorenzo aus. Das Management der Airline unterzeichnete ein entsprechendes Fusionsabkommen. Doch dann passierte das Undenkbare!

Frank Lorenzo - Sein Ruf eilte ihm voraus

Das Angebot von Lorenzo hätte die Aktionäre glücklich gemacht. Leider spielten die Gewerkschaften nicht mit, denn der Sanierungsplan von Frank Lorenzo brachte tiefe Einschnitte mit sich.

Zuvor hatte Lorenzo die Fluglinie Continental Air Lines gekauft und feuerte alle 12.000 Mitarbeiter. Wahnsinn oder? Einige von ihnen wurden zu teils halbierten Löhnen wiedereingestellt. Möglich machte das der Paragraph Chapter 11. Bei einer Sanierung dürfen Arbeitsverträge annulliert werden. Continental Air Lines wurde zwar wieder aus den roten Zahlen herausgeführt, dafür interessierten sich nur nicht die Gewerkschaften. Sie entschieden sich gegen Lorenzo!

TRADING AUSBILDUNGOnline I >200 Videos I Profis I Value Datenbank

 

Carl Icahns Lösung für TWA war weniger dramatisch

Porträt von Carl Icahn

Porträt von Carl Icahn. Quelle: Trademy

Auch Icahn forderte von den Mitarbeitern einen Gehaltsverzicht. Die Piloten mussten auf 26 Prozent und die Mechaniker auf 17 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Positiv und vielleicht der entscheidende Schachzug war, dass die Gewerkschaften an einen Verkauf des Aktienpaketes von Icahn beteiligt wurden. Würde Icahn an Lorenzo verkaufen, so bekämen sie die Hälfte des Gewinnes. Bei einem Verkauf an eine andere Firma oder Person würden die Gewerkschaften immerhin einen Viertel des Gewinns einstreichen.

War Carl Icahn wirklich Gordon Gekko?

Nein, denn zum einen gelang Gordon Gekko nicht die Übernahme von Bluestar und zum anderen hatte Carl Icahn die Gewerkschaften auf seiner Seite. Carl Icahn war wohl eher Sir Larry Wildman aus dem Film Wall Street. Die Übernahme von TWA diente zweifelsohne als Vorbild für Oliver Stone.

Ivan Boesky – Ivan der Schreckliche war Informant für die Börsenaufsicht

Die kriminelle Energie von Ivan Boesky passt wohl am besten zu Gordon Geckko

Bild: Jeden Tag ließ sich Ivan Boesky mit einer schwarzen Limousine in die 5th Avenue fahren. Dort befand sich sein riesiges Büro. Sein Arbeitstag hatte nicht selten zwanzig Stunden. Wunderbar erkennbar, der Kleidungsstil ähnelt dem von Gordon Gekko. Quelle: Screenshot aus Youtube - Ivan Boesky, King of Wall Street

Widmen wir uns einem der bekanntesten Börsenbetrüger. Einen Mann aus der unteren Mittelschicht, der immer nur zur Elite gehören wollte. Einen Mann, der von seinem Schwiegervater als Ivan der Schnorrer und von der Gesellschaft als Ivan der Schreckliche bezeichnet wurde. Einen Mann, der es offen aussprach, dass das Geld verdienen für ihn eine zentrale Bedeutung hat. Einen Mann, der einen letzten großen Insidetrade unter Aufsicht der SEC durchführen konnte. Die Geschichte ist einzigartig. Beginnen wir mit einer kurzen Biografie.

Ivan Boesky – Sein Vater hatte einen Stripclub

Geboren wurde Ivan Boesky am sechsten März 1937 in Detroit Michigan. Er war der Sohn eines russisch-jüdischen Emigranten. Sein Vater war Besitzer eines Stripclubs. Ivan Boesky wollte hoch hinaus und wusste, dass Bildung ein Teil des Erfolges ausmacht. Er studierte an der Wayne State University, der Eastern Michigan University, University of Michigan und am Law College der Michigan State University. Nach seinem Studium war er Buchhalter in Rechtsanwaltskanzlei.

An die Wall Street verschlug es Ivan Boesky mit 29 Jahren. Er wurde Arbitragehändler und dort erhielt er auch seine Trading Ausbildung. Allerdings wurde er nicht irgendein Arbitragehändler. Ivan Boesky wurde der Beste auf diesem Gebiet. Den Grundstein dafür legte seine Frau, denn ihr Schwiegervater war ein Baulöwe und finanzierte zum Großen Teil sein Anfangskapital von 700.000 Dollar. Am Ende wurden daraus 200 Millionen Dollar. Wie legal waren die Geschäfte von Ivan Boesky wirklich? Dieser Frage gehen wir in den nächsten Absätzen gemeinsam auf den Grund.

Ivan Boesky und der Handel mit Insiderinformationen

Die 80er Jahre waren ein Eldorado für Börsenspekulanten. Allmählich verlor er die Lust am stupiden Arbitragehandel. Dabei werden kleine Kursanomalien ausgenutzt, um Gewinne zu erwirtschaften. Der Kapitalbedarf ist enorm und mit zunehmender Effizienz der Kapitalmärkte, wurde der Arbitragehandel auch immer schwieriger. Ivan Boesky musste etwas ändern und das tat er auch!

Sein neues Geschäftsmodel bestand darin, die Aktien von potentiellen Übernahmekandidaten zu kaufen und im Zuge der Übernahme wieder zu verkaufen. Schließlich steigen Aktienkurse im Übernahmepoker schnell an. Alles legal soweit. Das Problem war nur, wie Ivan an die Informationen herankam. Er nutzte Insiderinformationen.

Ivan Boesky und Dennis Levine – In 14 Monaten zu 50 Millionen Dollar

Boesky lernte Dennis Levine kennen. Sie waren Brüder im Geiste. Sie verband die Sehnsucht nach mehr Geld und beide mussten sich aus der unteren Mittelschicht nach oben arbeiten. Dennis Levine baute sich ein Netzwerk an Informanten auf. Drunter waren Mitarbeiter aus Investmentbanken und Rechtsanwaltskanzleien. Dadurch war es beiden möglich, vergleichsweise früh von einer Übernahme zu erfahren, ohne dass die Börsenaufsicht Verdacht schöpfen konnte, weil sie bereits große Aktienpakete gekauft hatten.

Ihre Transaktionen wurden über eine Bank auf den Bahamas verschleiert. In Wall Street Kreisen sprach man bereits unter vorgehaltener Hand über das Erfolgsduo und einige Händler kopierten die Trades von Ivan Boesky und Dennis Levine.

Die Partnerschaft funktionierte und Boesky erwirtschaftete in nur 14 Monaten rund 50 Millionen US-Dollar. Für Levine war das Geschäft nicht weniger profitabel. Er kassierte 11 Millionen Dollar und eine Million Dollar an Zinsen.

Ivan Boesky und Dennis Levine – Das Kartenhaus fällt zusammen

Porträt Ivan Boesky. Ist er der wahre Gordon Gekko und Dennis Levine der wahre Bud Fox?

Porträt von Ivan Boesky: Für seinen Handel mit Insiderinformationen musste Boesky für drei Jahre ins Gefängnis und musste eine Strafe von 100 Millionen Dollar zahlen. Dank den Verkauf eines Aktienpaketes im Wert von 440 Millionen Dollar stellte die Summe keine Herausforderung für Ivan Boesky dar. Quelle: Trademy

Im Mai 1986 wurde Dennis Levine von der SEC verhaftet und musste für zwei Jahre ins Gefängnis wandern. Zusätzlich musste er eine Geldstrafe in Höhe von 362.000 Dollar bezahlen und seine Vermögenswerte wurden eingezogen. Für Levine fiel die Strafe so gering aus, weil er seinen Partner Ivan Boesky an die Staatsanwaltschaft verraten hatte.

Zum Verhängnis wurde Ivan Boesky der Vertrag mit Dennis Levine. Dort wurde festgeschrieben, dass Levine fünf Prozent der Kursgewinne von Boesky erhält. Damit war es für die SEC ein leichtes, Boesky den Handel mit Insiderinformationen nachzuweisen.

Daraufhin musste Ivan Boesky für drei Jahre ins Gefängnis und eine Zahlung von 100 Millionen Dollar leisten.

Ivan Boesky und sein letzter Coup

Er wurde verurteilt und durfte noch einen letzten Trade durchführen. Boesky verkaufte ein Aktienpaket für 440 Millionen Dollar und zahlte sofort die ihm auferlegte Strafe von 100 Millionen Dollar. Außerdem durfte er nie wieder als Händler arbeiten.

Ivan Boesky wird zum Informanten

Seine Strafe wäre möglicherweise höher ausgefallen. Dank seiner Informationen konnte die Börsenaufsicht Michael Milken und seine Firma Drexel Burnham Lambert zu Fall bringen. Milken musste für zwei Jahre ins Gefängnis, denn er war Teil des aufgebauten Insidernetzwerks. Außerdem musste er Zahlungen von eine Milliarde Dollar leisten.

War Ivan Boesky wirklich Gordon Gekko?

Gordon Gekko gehörte nie zur Wall Street Elite. Ivan Boesky ebenfalls nicht. Beide mussten sich für den Handel mit Insiderinformationen vor dem Gericht verantworten und für Jahre ins Gefängnis. Der Weggefährte von Boesky Dennis Levine versorgte ihn mit Informationen. Ähnlich wie es Bud Fox im Film Wall Street tat.

Es gibt nur einen Unterschied, Ivan Boesky war Arbitragehändler und kein Corporate Raider wie Gordon Gekko. Boesky zerschlug keine Firmen und legte sich nicht mit den Gewerkschaften an. Dennoch war Ivan Boesky ein Vorbild für den Film.

Am 18. Mai 1986 sagte Boesky vor den Absolventen der Berkeley School of Business folgenden Satz:

„Es ist gut, wenn man habgierig ist. Ich möchte sogar behaupten, dass es gesund ist, habgierig zu sein. Du kannst gierig sein und dich dabei gut fühlen.“

Wir erinnern uns an Gordon Gekko und seiner Rede: „Gier ist gut!“

TRADING AUSBILDUNGOnline I >200 Videos I Profis I Value Datenbank

 

Wer ist der echte Gordon Gekko aus Wall Street?

Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort. Vorbilder für den fiktiven Filmcharakter Gordon Gekko waren neben Asher Edelman auch Carl Icahn, Ivan Boesky und zu kleinen Teilen James Tomilson Hill.

James Tomilson Hill sagte in einem Interview, dass er nie Oliver Stone getroffen habe. Er glaubt sogar, dass der Wall Street Regisseur ihn nicht kennt. Anders sieht es mit Asher Edelman aus. Er war mit Oliver Stone befreundet. Eines Tages kam Stone in das Büro von Edelman und bliebt dort einen halben Tag. Ein weiterer gemeinsamer Freund war Michael Douglas. Dieser besuchte ebenfalls Edelman und blieb für einige Tage. Edelman gibt zu, dass einige Züge von Gekko ihm sehr ähneln. Aber er selbst war nie das kapitalistische Monster, was um jeden Preis der Welt das Spiel der Spiele gewinnen wollte – Stichwort: Insiderinformationen. Hier kommt die Geschichte von Ivan Boesky ins Spiel. Boesky wurde Insiderhandel nachgewiesen und ebenso wie Gekko, musste er ins Gefängnis.

Äußerlich scheint sich die Figur Gordon Gekko an James Tomilson Hill zu orientieren. Das zurückgegelte Haar ist eines der Markenzeichen von Tom.

Zudem sammeln Edelman und James Tomilson Hill Kunst, was im Film Wall Street auch gut herausgestellt wird. Stanley Weiser, welcher beim Film Wall Street mitwirkte sagte einmal, dass sich Oliver Stone beim Design des Büros von Gekko und seinen teuren Anzügen an Edelman orientierte.

Die Übernahme von Bluestar dürfte auf Carl Icahn und seinen Deal mit TWA zurückgehen. Auch wenn Icahn sich im Vergleich zu Gekko mit den Gewerkschaften gutstellte und am Ende das Unternehmen kaufte.

Der echte Gordon Gekko ist eine Mischung aus Asher Edelman, Carl Icahn, Ivan Boesky und James Tomilson Hill.

Martin Brosy

« Zurück zum Magazin