Warren Buffett ist eine Investmentlegende. Kaum ein anderer Value Investor teilt seine Perspektiven und Vorgehensweisen wie Warren Buffett. Wer seine Regeln befolgt, kann binnen weniger Jahre zum Millionär werden. Wie das geht, zeigt Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway.

Am 24. Januar 2014 fiel der Kurs der Aktie Berkshire Hathaway um 1.810 Dollar. Das entsprach einem Verlust von 1,06 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt bei über 300.000 Dollar. Wer 1980 nur vier Aktien zum Ausgabepreis von 290 Dollar gekauft hätte, wäre heute sehr vermögend.

Warren Buffetts Zeugungsgeschichte – Der Schwarze Donnerstag beflügelte die Buffetts

Warren Buffett ist sehr bodenständig und ein hervorragender Geschäftsmann. Er ist der Value Investor schlechthin.

Portät: von Warren Buffett: Der Value Investor kauft gerne Qualitätsaktien zum Sonderpreis. Seine Strategie unterscheidet sich maßgeblich von Benjamin Graham. Er kaufte günstige Unternehmen. Buffett würde auch einen höheren Preis bezahlen, wenn Aussicht auf langfristige Erträge besteht.

Genialer Kopf hinter dem Berkshire Hathaway ist der Großinvestor und derzeit drittreichste Mensch der Welt: Warren Buffett. Sein Vermögen wird auf 84 Milliarden Dollar geschätzt (Stand: November 2018). Warren Buffett glaubt, dass er etwa eine Woche nach dem Schwarzen Donnerstag von 1929 gezeugt wurde.

Sein Vater Howard Buffett arbeitete seinerzeit als Broker und traute sich nach dem Crash keinen seiner Kunden anzurufen. Warren Buffett selbst beschrieb die Situation so:

„Alle diese Leute, die nun ruiniert waren. Also blieb er nachmittags zu Hause. Und dort gab es damals keinen Fernseher. So wurde ich ungefähr am 30. November 1929 gezeugt und neun Monate später, am 30. August 1930, geboren. Für den Crash werde ich somit bis in alle Ewigkeit eine Art warmes Gefühl empfinden.“

Warren Buffett Lebenslauf, bzw. Biografie auf einen Zeitstrahl abgetragen.

Infografik: 1930 wurde Warren Buffett geboren und 1959 lernte er Charlie Munger kennen. Die nächsten Jahre sind geprägt von Erfolg. Im Jahr 2008 war er schließlich zum ersten Mal der reichste Mensch der Welt. Infografik: Trademy

Warren Buffett entwickelt in frühen Jahren bereits Geschäftssinn

Mit sechs Jahren verdiente er sein erstes Geld mit dem Getränk. Später sollte er einer der wichtigsten Anteilseigner werden.

Bild: Am liebsten trinkt Warren Buffet Cherry Coke. Zumindest in seinen eigenen vier Wänden. Das Investment in Coca Cola wird ihn sein Leben lang begleiten.

Seinen Geschäftssinn entwickelte Buffett schon sehr früh. Mit sechs Jahren verdiente er sein erstes eigenes Geld, indem er Coca-Cola-Sixpacks für 25 Cent kaufte und die Flaschen einzeln für 5 Cent verkaufte. Gewinn: 20 Prozent.

Warren Buffetts erste Aktie – Er verkaufte zu früh!

Warren Buffett investiert am liebsten in Aktien aus dem Konsumgüterbereich.

Diagramm: In diese Aktien war Warren Buffett 2018 investiert. Er besitzt 400 Millionen Aktien an Coca Cola. Das entspricht einem Wert von 16 Milliarden US-Dollar bei einem Aktienkurs von 40 Euro. Quelle: Trademy

Im Alter von elf Jahren kaufte er seine ersten Aktien: drei Vorzugsaktien von Cities Service zum Preis von 38 1/4 Dollar pro Aktie. Kurz darauf fiel der Kurs der Aktie auf 27 Dollar. „Ängstlich, aber ruhig“ wartete er ab, bis der Kurs auf 40 Dollar stieg, und verkaufte dann sein Aktienpaket. Gewinn: 5 Prozent. Kurze Zeit später verteuerte sich das Papier auf 200 Dollar.

Welche Learnings zog Buffett aus seinem ersten Aktienkauf?

Die Erfahrung seines ersten Aktiendeals mündete später in dem viel zitierten Satz:

„Wenn Sie nicht bereit sind, die Aktien eines Unternehmens über einen Zeitraum von zehn Jahren zu halten, sollten Sie nicht einmal daran denken, sie für zehn Minuten zu besitzen.“

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Warren Buffetts erste Firma – Freunde und Verwandte mussten aushelfen!

Mit 25 Jahren gründete Buffet die private Kommanditgesellschaft Buffett Partnership. Sieben Verwandte und Bekannte brachten es auf eine Einlage von 105.000 Dollar. Sein Anteil: 100 Dollar. Der Investmentpool erwirtschaftete von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches Anlageergebnis von 29,5 % pro Jahr. Sein Verdienst: 25 Prozent des über sechs Prozent hinausgehenden Anlageergebnisses. Damit lohnte sich die Investition der Anfangsinvestoren zehn Mal mehr als eine Investition in den Dow-Jones-Index, der im gleichen Zeitraum nur ein Anlageergebnis von etwas mehr als 15.000 Dollar ergeben hätte.

Warren Buffett privat – Bescheiden, dankbar und glücklich

Als Mensch ist Buffett trotz seines Erfolges stets bescheiden geblieben. Böse Zungen bezeichnen ihn auch als geizig.

Die Nebenkosten beim Aktienhandel wie die Kommissionen, Verkaufsgebühren, Managementprovisionen, Aufsichtskosten, Übertragungsgebühren und sogar die Abonnementzahlungen für Finanzpublikationen sind ihm ein Graus.

Broker konnten mit Warren Buffett kaum einen Dollar verdienen, weil er nur selten Umschichtungen vornahm und seine Aktien am liebsten ein Leben lang behielt. Warren Buffett besitzt Aktien von Coca-Cola, deren Position zuletzt 1994 verändert wurde. Seine „Washington Post“-Aktien fristen seit 1973 ein unberührtes Dasein in seinem Depot.

Was verdient Warren Buffett im Jahr?

Das Haus, das er 1958 in Omaha, Nebraska für 31.500 Dollar gekauft hat, ist noch heute sein Wohnsitz. Als CEO von Berkshire Hathaway beträgt sein Jahresgehalt seit dreißig Jahren 100.000 Dollar.

Warren Buffetts politisches Engagement!

Politisch unterstützt Buffett die Demokraten und war ein erklärter Feind von Präsident George W. Bush. Er setzt sich für höhere Steuern für die Superreichen Amerikas ein und hat noch zu Lebzeiten verfügt, 85 Prozent seines Vermögens wohltätigen Zwecken zukommen zu lassen.

Warren Buffett hält nichts von der Chartanalyse

Wenn Warren Buffett Aktien kauft, steigen sie schon allein deshalb, weil er eingestiegen ist.

Ähnlich wie Peter Lynch hält er nicht sehr viel von der Effizienzmarkthypothese als mathematisch-statistische Theorie der Volkswirtschaftslehre und noch weniger von der technischen Analyse. Er sagte dazu einmal:

„Der Friedhof für Hellseher hat eine große Abteilung für Volkswirte reserviert."

Zu Mittag mit Warren Buffett

Warren Buffett versteigert jedes Jahr ein Mittagessen mit ihm, bei dem stets mehrere Millionen Dollar bezahlt werden, die wohltätigen Zwecken zugeführt werden.

Wie erfolgreich ist Warren Buffett wirklich?

Laut Forbes liegt das durchschnittliche Vermögen der Superreichen bei 3,75 Milliarden US-Dollar. Insgesamt gibt es davon 2043. Auf Platz drei, hinter Bill Gates dieser Liste befindet sich mit einem geschätzten Vermögen von 84 Milliarden Dollar Warren Buffett. Die ersten Deutschen gibt es mit einem Vermögen von 28 Milliarden Dollar erst auf Platz 27. Dabei handelt es sich um die Kinder des verstorbenen Aldi-Mitbegründers Karl Albrecht: Beate Heister und Karl Albrecht Junior.

Studie soll Warren Buffetts Strategie auf Erfolg untersuchen!

Eine sehr interessante Studie zu den Fähigkeiten von Warren Buffett führte das National Bureau of Economic Research durch. Dabei wurden alle US-Aktien, die von 1926 bis 2011 mehr als 30 Jahre an der Börse handelbar waren, berücksichtigt. Das Sharpe Ratio des Aktienmarktes lag bei 0,39. Buffett seine Investments kommen auf ein Sharpe Ratio von 0,76. Der Wert ist also fast doppelt so hoch.

Moment! Was ist das Sharpe Ratio?

Lass mich dir kurz das Sharpe Ratio (gesprochen: Scharb Ratio) erklären. Namensgeber ist William Sharpe und er entwickelte die Risikokennzahl zur Messung des Anlageerfolges eines Fonds.

Die Formel für das Sharpe Ratio lautet:

Rendite des Anlagefonds minus den risikolosen Zinssatz geteilt durch die Volatilität der Anlage.

Beispielrechnung Sharpe Ratio

Klingt kompliziert, ist im Grunde aber ganz einfach.

Wir vergleichen zwei Anlagen miteinander: Anlage A und Anlage B.

Anlage A bringt dir eine jährliche Rendite von 15 Prozent. Anlage B hingegen nur 10 Prozent.

Würdest du lieber in A oder in B investieren? In Aktie A oder, denn die Rendite liegt 5% oberhalb der Rendite von Anlage B.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt. Wie würdest du dich entscheiden, wenn wir das Risiko berücksichtigen würden? Die Volatilität, also die Schwankungsbreite von Anlage A liegt bei 8 Prozent und von Anlage B bei nur 5 Prozent. In unserem Fall sprechen wir übrigens von der relativen und nicht von der absoluten oder logarithmischen Volatilität.

Was bedeutet Volatilität?

Eine hohe Volatilität impliziert eine Berg- und Talfahrt des Wertpapierkurses. Der Unterschied zwischen den maximalen Werten ist folglich sehr hoch. Die Anlage A weist eine Schwankungsbreite von 8 Prozent auf. Das bedeutet, dass die Rendite während des betrachteten Zeitraums um 8 Prozent vom Mittelwert abgewichen ist. Oder anders ausgedrückt die Anlage A hat sich in den letzten 12 Monaten um 8 Prozent vom Mittelwert nach oben und nach unten bewegt. Die Kennzahl misst also die Chance und das Risiko einer Anlage. Nun aber zurück zum Sharpe Ratio.

Sharpe Ratio – Zusammenfassung des Beispiels

Wir fassen nochmal zusammen: Anlage A hat eine Rendite 15% bei einer Volatilität von 8%. Anlage B hat eine Rendite von 10% bei einer Volatilität von 5%. Die Rendite bei Anlage A ist höher, aber auch das Risiko liegt mit 8 Prozent drei Prozentpunkte oberhalb des Risikos von Anlage B. In der Formel habe ich bereits den risikolosen Zinssatz angesprochen.

Sharpe Ratio – Was verbirgt sich hinter dem risikolosen Zinssatz?

Er beschreibt eine sichere Anlage. Den gibt es zwar nur in der Theorie, aber es gibt Schuldner, wie die Bundesrepublik Deutschland, die als risikolos gelten. Eine sichere Geldanlage wäre zum Beispiel eine Bundesanleihe. In unserem Beispiel gehen wir von einem Zinssatz von einem Prozent aus.

Sharpe Ratio – Die finale Berechnung

Jetzt müssen wir nur alle Werte in die Formel setzen:

Sharpe Ratio der Anlage A= 15 minus 1 geteilt durch 8. Das Ergebnis lautet: 1,75.

Sharpe Ratio der Anlage B= 10 minus 1 geteilt durch 5. Das Ergebnis lautet 1,8.

Welche Aussage können wir mithilfe des Sharpe Ratios machen?

Das Sharpe Ratio der Anlage B ist höher, als dass der Anlage A. Mit der Anlage B hättest du mit dem eingegangenen Risiko eine Überrendite erzielt.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie bei Warren Buffett?

Nun aber zurück zu Warren Buffett. Sein Sharpe Ratio von 0,76 gegenüber dem Sharpe Ratio von 0,39 vom Aktienmarkt impliziert eine bessere Effizienz zwischen Rendite und Risiko. Bei kleinerem Risiko hat Buffet verhältnismäßig mehr Gewinn erzielt.

Das National Bureau of Economic Research hält den Einsatz von Fremdkapital gepaart mit billigen, sicheren und qualitätsvollen Aktien als Garant für seinen Erfolg.

Übrigens: Die Volatilität und das Sharp Ratio kannst du zum Beispiel bei Boerse.de nachschlagen. Einfach den entsprechenden Wert in den Suchschlitz eingeben und anschließend auf „News + Analysen“ klicken. Dann auf „Technische Kennzahlen“ und voila alles wird dir angezeigt. Die Volatilität kannst du dir auch von Sektoren/Branchen anzeigen lassen. Gebe dafür einfach DAX Versicherung oder DAX Versorger ein. Die beiden Risikokennzahlen kannst du dir aber auch auf finanztreff.de ansehen. Die Darstellung dort, gefällt mir sogar etwas besser.

Gibt es noch andere Value Investoren?

Warren Buffett ist Value Investor. Davon gibt es einige in Deutschland. Die bekanntesten sind Max Otte und Dirk Müller. Anleger können in die jeweiligen Fonds investieren. Der von Dirk Müller heißt Dirk Müller Premium Aktien mit der ISIN DE000A111ZF1 und die Fonds von Max Otte heißen: PI Global Value Fund mit der ISIN LI0034492384 und Max Otte Vermögensbildungsfonds mit der ISIN: DE000A1J3AM3. Über die Entwicklung möchte ich mich jetzt hier nicht äußern. Die Meinungsbildung überlasse ich jedem selbst. Mir zeigt es nur, was Buffett für ein Talent ist.

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Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway

Du wirst es nicht glauben, aber bevor Warren Buffet 1965 Berkshire Hathaway übernahm, handelte es sich bei der heutigen Investmentholding um ein Unternehmen aus der Textilbranche. Davon ist heute nichts mehr übrig, denn Berkshire Hathaway fungiert als Beteiligungsgesellschaft. Im Portfolio befinden sich über achtzig Werte. Einige Unternehmen wie der Versicherer Geico gehören komplett zu Berkshire Hathaway und in andere Firmen, wie zum Beispiel Goldman Sachs hält die Holding ein größeres Aktienpaket.

Berkshire Hathaway – Die A-Aktie und die B-Aktie!

Den Sprung aufs Parkett wagte Warren Buffett mit Berkshire Hathaway 1980. Der Ausgabepreis der A-Aktie lag bei 290 US-Dollar. Inflationsbereinigt entspricht das einen Wert 888,44 US-Dollar. So teuer wäre Berkshire Hathaway gewesen, wenn die Aktie 2018 unter den damaligen Bedingungen emittiert worden wäre. Der tatsächliche Kurs liegt heute bei über 300.000 US-Dollar. Du hast richtig gelesen. Die A-Aktie notiert bei über 300.000 US-Dollar.

Berkshire Hathaway – Die A-Aktie wurde nie gesplittet

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Die A-Aktie von Berkshire Hathaway wurde noch nie gesplittet. Aus diesem Grund kostet ein Anteil an der Holding von Warren Buffet keine 290 Dollar sondern mittlerweile über 300.000 Dollar.

Bild: Der Aktienchart von Berkshire Hathaway spricht Bände. Ergebnisse sind über jeden Zweifel erhaben und schießen jedes Gegenargument in den Wind. Warren Buffett predigt nicht nur seine Anlagestrategie, sondern er zeigt auch wie erfolgreich er damit ist. Börse kann so einfach sein. Einfach auf Warren Buffett hören!  Bildquelle: Ariva

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob Warren Buffett sich die Kursentwicklung der A-Aktie jemals hätte träumen lassen können. Fakt ist, dass die Kursentwicklung ein Problem mit sich bringt, denn wer kann sich schon eine Aktie für über 300.000 Dollar leisten? Das Handelsvolumen könnte deutlich größer sein, wenn das Unternehmen einen Aktiensplit durchführen würde. Als direkte Folge davon wäre der Kurs auch „fairer“. Warren Buffett ist natürlich nicht dumm und führte aus diesen Gründen 1996 die Berkshire Hathaway B-Aktie ein.

Einige Keyfacts zur Berkshire Hathaway A-Aktie:

  • WKN: 854075
  • ISIN: US0846701086
  • US-Symbol: BRK.A

Berkshire Hathaway – Die B-Aktie gehört ins Portfolio

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Die B-Aktie von Berkshire Hathaway ermöglicht es den Kleinanleger am Erfolg von Warren Buffett zu partizipieren. Für mich persönlich eines der interessantesten Investments überhaupt.

Bild: Die Berkshire Hathaway B-Aktie entwickelt sich ähnlich wie ihr großer Bruder, die A-Aktie. Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber in zehn Jahren wird die Aktie wohl mindestens 500 Euro kosten. Gänzlich ohne viel Trading Know-How lässt sich so ein Depot wunderbar vermehren. Bildquelle: Ariva

Als 1996 die B-Aktie eingeführt wurde, waren die Anleger übermäßig happy, denn endlich konnten nicht nur Wohlhabende am Erfolg von Warren Buffett teilhaben.

Die B-Aktie war ein dreißigstel so teuer wie die A-Aktie. Den ersten Aktiensplit der B-Aktie gab es 2010. Für fünfzig B-Aktien erhielt der Shareholder eine neue B-Aktie. Wer heute also eine B-Aktie von Berkshire Hathaway kauft, erwirbt 1500stel Anteil am Unternehmen und ein 10.000stel Stimmrecht.

Einige Keyfacts zur Berkshire Hathaway B-Aktie:

  • WKN: A0YJQ2
  • ISIN: US0846707026
  • US-Symbol: BRK.B

Berkshire Hathaway – Was wäre wenn?

Wer 1980 rund 1160 Dollar in die von Warren Buffett geführte Holding Berkshire Hathaway investiert hätte, hätte heute ein Kursplus von über eine Million Dollar in seinem Depot stehen. Konservative Anlagestrategien können so sexy sein.

Bild: Mit Berkshire Hathaway in 38 Jahren zum Millionär. Wer 1980 vier Aktien zum Ausgabepreis von 290 US-Dollar von Berkshire Hathaway erworben hätte, wäre heute 1,2 Millionen Dollar reicher. Dividenden wurden noch nicht ausgeschüttet. Das kann sich in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren ändern. Wenn die Investmentmöglichkeiten weniger werden, kann es auch zu Aktien-Rückkaufprogrammen kommen. Die Aktie bleibt ein heißer Tipp. Bildquelle: Trademy

Ich bin zwar kein Fan von Hypothesen, aber das Beispiel zeigt dir, was an der Börse abseits von Bitcoin möglich ist. An dieser Stelle lege ich dir die Meinung von Jordan Belfort zum Thema Krypto ans Herz. Wer 1980 nur vier Aktien von der Berkshire Hathaway A-Aktie gekauft hätte, hätte 2018 aus 1160 Dollar fantastische 1,2 Millionen Dollar gemacht. Wer 2010 für 10.000 Euro Aktien von Buffett gekauft hätte, würde sich jetzt über einen Zuwachs von mehr als 100 Prozent freuen.

Worin investiert Warren Buffett mit Berkshire Hathaway?

Warren Buffett und Berkshire Hathaway investieren in Dividendentitel. Die Dividendenrendite diverse Investments werden im Chart angezeigt.

Bild: Warren Buffett ist zu etwas weniger als drei Euro pro Aktie bei Coca Cola eingestiegen. Wenn das Unternehmen heute rund 1,5 Euro pro Aktie Dividende zahlt, dann ist die Dividendenrendite gemessen an seinem Anfangsinvestment mit 50 Prozent sensationell hoch. Wer heute eine Aktie von Coca Cola kauft, kassiert 3,23 Prozent Rendite. Bildquelle: Trademy

Warren Buffett liebt Unternehmen mit einer kontinuierlichen Dividendenrendite. Berkshire Hathaway selbst zahlt zwar keine Dividende, dafür wird der Anleger mit steigenden Kursen belohnt. Warum sollte Buffett auch eine Dividende zahlen, denn schließlich ist das Geld im eigenen Unternehmen besser angelegt. Er investiert den Gewinn lieber in Beteiligungen an Goldman Sachs, Coca Cola und American Express. An Firmen wie NetJets (Flugdienst), Dairy Queen (Restaurantkette), BNSF Railway (Eisenbahn), Batteriehersteller (Duracell) oder Geico (Versicherer) ist Berkshire Hathaway sogar zu 100 Prozent beteiligt.

Portfolio von Warren Buffett

Warren Buffett legt seinen Fokus auf Technologie-, Banken- und Konsumer-Aktien.

Bild: Apple macht den größten Anteil am Portfolio von Warren Buffett aus. Berücksichtigt wurden alle Positionen mit einer Gewichtung über ein Prozent. Quelle: Trademy

Positionen von Warren Buffett nach Branchen

Warren Buffett investiert gerne in Aktien aus der Finanz, Technologie und Konsum-Branche.

Bild: Das Portfolio von Warren Buffett besteht zu 39,5 Prozent aus Aktien aus der Finanzbranche. 24,8% sind Technologie, 20% Konsum, 8% Service und 2,4% Werkstoffe. Die restlichen Prozent sind Aktien aus anderen Branchen. Quelle: Trademy

Warren Buffett und Coca Cola

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Von diesem Investment wird sich Warren Buffett wohl nie trennen. Er ist damals für unter 3 Euro eingestiegen. Es gab einige Splits. Heute steht Coca Cola bei 40 Euro pro Share. In der Firmengeschichte hat das Unternehmen 11 Splits durchgeführt.

Bild: Warren Buffett liebt Coca Cola und dürfte sein Investment wohl nie bereuen, schließlich ist er sein bester Kunde. Gegenüber dem Magazin Fortune sagte Buffett, dass er pro Tag rund fünf Dosen Coca Cola trinkt. Auf Arbeit gibt es die klassische Cola und in den eigenen vier Wänden trinkt er am liebsten Cherry Coke. Bildquelle: Ariva

Warren Buffett und Wells Fargo

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Berkshire Hathaway ist der größte Einzelaktionär an Wells Fargo. Außerdem ist die Holding an der Bank of America und Goldman Sachs beteiligt.

Bild: Warren Buffett ist mit Berkshire Hathaway der größte Einzelaktionär an Wells Fargo. Das Unternehmen machte in den letzten Monaten wegen einiger Skandale auf sich aufmerksam. Noch ist Berkshire Hathaway mit rund 9,4 Prozent an Wells Fargo beteiligt. Bildquelle: Ariva

Warren Buffett und American Express

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Kreditkarten werden auch in Deutschland immer beliebter. Der Kauf auf Pump ist so gefragt wie noch nie. Mit einer Beteiligung an American Express hat Warren Buffett ein gutes Händchen bewiesen.

Bild: Eine Faustregel besagt, dass die Gebühreneinnahmen von Kreditkartenanbietern um das 4,5-Fache des Wirtschaftswachstums der USA steigen. Wenn in einem Jahr das BIP um zwei Prozent wächst, dann steigen die Einnahmen aus den Gebühren für American Express um neun Prozent. Bildquelle: Ariva

Warren Buffett und Bank of America

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Warren Buffett ist sehr günstig in die Bank of America eingestiegen. Jüngst hat er seine Vorzugsaktien eingetauscht und damit über 10 Milliarden Gewinn gemacht.

Bild: Die Bank of America benötigte 2011 dringend Geld und Warren Buffett stellte es zur Verfügung. Er kaufte 700 Millionen Vorzugsaktien für fünf Milliarden Dollar. 2017 tauschte er die Vorzugsaktien in reguläre Aktien im Wert von 16,5 Milliarden Dollar ein. Damit macht er auf einen Schlag einen Gewinn von 11,5 Milliarden Dollar. Die jährliche Rendite liegt bei ungefähr 336 Millionen Dollar. Bildquelle: Ariva

Warren Buffet und Apple

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Volume | Market Cap | Shares | PEG Ratio | EPS
Warren Buffett hält über Berkshire Hathaway eine Beteiligung von fünf Prozent an Apple.

Bild: Ende Juni 2018 hielt Berkshire Hathaway 251 Millionen Apple Aktien. Auch wenn Technologieaktien nicht zu seinen Lieblingsinvestments gehören, so möchte er am liebsten das gesamte Unternehmen besitzen. Bei Apple macht er eine Ausnahme, denn das Unternehmen ist auch ein Medienkonzern. Bildquelle: Ariva

Die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway

Auf ein langes Berkshire-Wochenende freuen sich bei der jährlichen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway in Omaha regelmäßig 10.000 seiner „Jünger“.

Es beginnt an einem Freitag im Baseball-Stadion, wo Buffett den ersten Ball wirft. Der Abend ist für einen Cocktailempfang beim Juwelier Borsheim reserviert. Das Lieblingsrestaurant von Buffett, „Gorats“, serviert am Sonntag Steaks für die Aktionäre. Telefonische Reservierungen können unter 001/402/5513733 vorgenommen werden.

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Warren Buffetts Investmentregeln – So verdient Buffett jährlich Millionen

Ein Geheimnis macht Buffett nicht um seinen Erfolg. Im Gegenteil die Börsenliteratur beschäftigt sich sehr umfangreich mit seinen Investmentstrategien. Lese dir die folgenden Regeln unbedingt durch, denn sie sind sehr wichtig für deine Trading Ausbildung. Er selbst wies in Interviews öfter darauf hin, dass ein Anleger keinen hohen IQ benötigt. Etwas Zahlenverständnis und Geduld können bereits Wunder bewirken.

Berkshire Hathaway – Die Akquisitions-Kriterien

Achte auf stabile Erträge, geringe Schulden, ein fähiges Management, einfaches Geschäftsmodell und du wirst an der Börse Erfolg haben.

Bild: Sechs Punkte für deinen Investmenterfolg. In Unternehmen wie Volkswagen oder General Electric würde Warren Buffett zum aktuellen Zeitpunkt nicht investieren. Warum? Weil Punkt vier nicht erfüllt ist. Das Management hat die Skandale zu verantworten. Quelle: Jahresbericht 2017 von Berkshire Hathaway

Im Geschäftsbericht 2017 wurden die Kaufkriterien von Berkshire Hathaway, bzw. Warren Buffett kommuniziert. Für mich zeigt es wieder, wie einfach Börse doch sein kann. Es werden hunderte Bücher geschrieben und am Ende musst du es nur wie Buffett machen (Überspitzt formuliert).

  • Warren Buffett investiert in Unternehmen mit einem Vorsteuergewinn von mindestens 75 Millionen Dollar. Das macht bei der Größe von Berkshire Hathaway auch Sinn, denn ein Investment ist mit viel Aufwand verbunden. Warren Buffett kauft nicht einfach X-Anteile, sondern es finden Treffen mit Hochbezahlten Managern statt, Papers werden erstellt…
  • Turnaround-Storys und Zukunftsspekulationen haben im Portfolio von Warren Buffett nichts verloren. Das Unternehmen muss eine klare Entwicklung zeigen und stabile Erträge erwirtschaften.
  • Die Eigenkapitalrendite muss „gut“ sein. Auch wenn die Höhe im Report nicht präzisiert wird, so wird die Eigenkapitalrendite wohl nicht unterhalb von 15 Prozent liegen. Verschuldet darf das Unternehmen sein, es sollte sich dabei aber nur um eine niedrige Verschuldung handeln.
  • Ein gutes Management ist für den Erfolg von Warren Buffett essenziell. Sein Idealmanager ist selbst am Unternehmen beteiligt, in keine Skandale verstrickt, motiviert und sein Gehalt ist an der Steigerung des Shareholder-Values (Wert des Unternehmens an der Börse / Marktkapitalisierung) geknüpft.
  • Verständliches Geschäftsmodell. Technologieunternehmen sind nicht die Lieblingsbranche von Buffett. Mit Apple machte er allerdings eine Ausnahme. Er wird allerdings niemals frühzeitig in disruptive Geschäftsmodelle einsteigen, die er nicht versteht und wo sich ein Hype drum bildet.
  • Warren Buffett verhandelt nicht ins Blaue. Es muss ein Kaufpreis vorhanden sein. Sonst lohnt sich kein Gespräch mit den Eigentümern.

Diese einfachen Investmentregeln muss ein Privatanleger befolgen. Wichtiger als der Preis ist Buffett mittlerweile die Qualität des Unternehmens.  Weitere konkrete Investmentregeln, bzw. Anlagekriterien folgen in den nächsten Absätzen.

Warren Buffett Investmentregel Nummer 1 – Weg mit dem Aktienchart

Lege den Aktienchart beiseite und setzte dich mit dem Unternehmen auseinander. Vergesse das Auf und Ab und konzentriere dich auf das Spielfeld und nicht auf die Anzeigetafel. Bevor du in ein Unternehmen investierst, befasse dich mit dem Produkt, der Qualität, dem Management, der Markenstärke, den Wettbewerbsvorteilen und der Rentabilität. Mit einer Aktie erwirbst du eine Beteiligung an einem Unternehmen und nicht an einem Spekulationsobjekt.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, kommst du um den Geschäftsbericht und um einige fundamentale Kennzahlen nicht herum.

Warren Buffett Investmentregel Nummer 2 – Investiere Zeit

Ein Investment ist langfristig ausgelegt. Wenn du nicht bereit bist mindestens 10 Jahre den Titel zu halten, dann investiere auch keine 10 Minuten deiner Zeit in das Research. Sobald du eingestiegen bist, hangle dich nicht von Quartal zu Quartal. Eine Performance kannst du erst bewerten, wenn du mindestens drei Jahre die Aktien gehalten hast. Lass dich nicht von den Nachrichten verunsichern, behalte das große Ganze im Blick. Steige ein, wenn andere verkaufen und verkaufe, wenn andere einsteigen. Oder anders ausgedrückt: Investiere antizyklisch. Bitte vergesse niemals: Politische Börsen haben kurze Beine. Sollte dein Investment wegen Unsicherheiten, welche aus politischen Entscheidungen resultieren an Wert verlieren. Bleibe standhaft. Eventuell ergibt sich sogar eine Chance um nachzukaufen, getreu dem Motto: Kaufen, wenn die Kanonen donnern.

Warren Buffett Investmentregel Nummer 3 – Behalte den Überblick

Warren Buffett beschäftigt sich nicht nur mit einem Unternehmen, sondern analysiert vor einer Entscheidung 100de Kandidaten, bzw. hat in seinem Leben bereits 1000de Berichte gelesen. Im ersten Schritt werden die Geschäftsberichte überflogen. Anschließen werden im zweiten Schritt die interessantesten Reports genauer analysiert. Buffett kennt aber nicht nur die Unternehmen. Er kennt auch die Branchen. Dadurch erkennt er frühzeitig Gefahren für die eigenen Investments oder findet neue potentielle Firmen.

Den Überblick sollst du auch über dein eigenes Portfolio behalten. Warren Buffett ist kein großer Freund von Diversifikation. Am Ende ähnelt die eigene Performance, der Marktentwicklung und dadurch kannst du selbigen nicht schlagen, sprich outperformen. Buffett sagte einmal, dass es besser wäre, wenn jeder in seinem Leben nur 10 Aktien kaufen dürfte. Jedes Investment würdest du dir dann ganz genau überlegen, oder?

1987 war Buffett in nur drei Unternehmen investiert. Er hielt 48,9 Prozent an Capital Cities, 35,8 Prozent an GEICO und 15,3 Prozent an der Washington Post. Sein damaliges investiertes Kapital betrug 2,1 Milliarden US-Dollar in Stammaktien.

Natürlich sind solche konzentrierten Portfolien anfälliger für Schwankungen, aber Buffett sind „klumpige 15%“ lieber als „glatte 12%.“

Warren Buffett Investmentregel Nummer 4 – Wer führt das Unternehmen

Für den Unternehmenserfolg ist die Integrität des Managements von besonderer Bedeutung. Recherchiere den CEO, CFO und die anderen Mitglieder des Vorstandes. Wie haben sich andere Unternehmen unter der Führung des Vorsitzenden entwickelt? Gab es Skandale? Buffett bevorzugt Beteiligungen, wo die Gründer selbst noch am Bord sind und den Chefposten innehaben. Bei schlecht laufenden Unternehmen kannst du akribisch nach den Gründen suchen, nur meist stinkt der Fisch vom Kopf her.

Warren Buffett Investmentregel Nummer 5 – Keine Glitzer Aktien

Die Legende Buffett nimmt zu gehypten Unternehmen eine klare Position ein: Nicht investieren. Werden in den Medien einer Aktie großes Wachstum und hohe Margen attestiert: Finger weg. In den meisten Fällen sind solche Unternehmen überbewertet.

Warren Buffett Investmentregel Nummer 6 – Rechne mit Gewinnen

Mache dir Gedanken über deine künftigen Einnahmen, die du mit deinem Investment erzielen möchtest. Definiere Ziele, nur so kannst du alles Monitoren und entsprechend bewerten. Investierst du beispielsweise 1.000 Euro in ein Unternehmen, welches eine jährliche Dividende von 5 Prozent bezahlt, dann erhältst du 50 Euro pro Jahr. Prüfe vorab Dinge wie die Dividendenkontinuität und lege