Frank Helmes auf der Messe

Zur Person

Wie sind Sie zum Börsenhandel gekommen und was fasziniert Sie dabei?

Letztendlich war die Motivation dabei – wie bei den meisten Menschen – Geld zu vermehren. Die Börse fasziniert mich ungemein, da sie die Chance bietet reich zu werden. Die Börse ist das Spiel der Spiele und es macht großen Spaß, dieses Spiel zu spielen und dabei zu gewinnen.

Der erste Trade?

Kauf einer Brasilien-Anleihe. Damals hatten Emerging Marktes Anleihen noch Kupons von rund 10 %. Zu dem Zeitpunkt war ich noch Anfänger an der Börse und hatte von Aktien keine Ahnung. Continental war dann die erste Aktie, die ich gekauft hatte – auch heute noch ein super Unternehmen und eine attraktive Aktie.

Persönlicher Tradingstil?

Value-Investing, Indikatoren und News-Trading

Lieblingsbücher?

Woher stammt Ihr Börsenwissen?

Das meiste habe ich mir aus Büchern angeeignet – über 130 Bücher habe ich über die Börse gelesen.

Wer ist Ihr Vorbild und wie lautet ihr Leitspruch?

Warren Buffett. Von ihm stammt auch mein Lieblingszitat, weil es sehr weise ist:

„Ich denke nie darüber nach, was die Börse machen wird. Ich weiß nicht, wie man die Börse oder die Zinsen oder die Konjunktur vorhersagen kann. Und ich habe keine Ahnung, ob die Börse in zwei Jahren höher oder tiefer stehen wird. Ich denke nicht darüber nach, ob ein Markt nach oben oder nach unten geht. Ich kümmere mich nur darum, ob ich ein Unternehmen zu einem akzeptablen Preis kaufen kann. Ich sehe mich nicht als Teil eines Bullenmarkts, sondern als Teilhaber an wunderbaren Firmen. Ich muss zu einem Preis kaufen, der mich glücklich macht.“

Sie betreiben die Value-Datenbank. Worum handelt es sich dabei?

Die Value-Datenbank ist in Deutschland die umfangreichste Value-Auswertung von Aktien. Die Datenbank zeigt, welche Aktien zu einem fairen Preis oder sogar günstig zu haben sind.

Wenn Sie in Aktien investieren, sollten Sie niemals zu viel, sondern einen fairen oder am besten einen günstigen Preis bezahlen. Überteuerte Aktien kann man zwar kurz- und mittelfristig traden, aber wenn man mit der Absicht einsteigt, in eine Aktie mehrere Monate oder Jahre zu investieren, sollte man möglichst nicht überteuert kaufen. Bei einer überteuerten Aktie ist das Risiko hoch, dass der Kurs mittelfristig fällt. Viele Menschen haben sich die Finger verbrannt und hohe Verluste eingefahren, als sie überteuerte Aktien, z.B. während der Zeit des neuen Marktes, gekauft haben.

Sie betreiben das Burggraben-Depot. Was ist ein Burggraben-Depot?

Burggraben-Aktien sind Warren Buffetts Lieblingsinvestments und haben ihn reich gemacht. Das Burggraben-Depot hat eine deutlich bessere Wertentwicklung als der DAX erzielt.

Betrachten wir zunächst, was einen Burggaben bei einer Burg ausmacht: Eine Burg ist gut geschützt, wenn sie einen großen Burggraben hat. Es ist für Angreifer also schwer, die Burg einzunehmen und zu zerstören.

Übertragen auf Unternehmen ist der Burggraben eines Unternehmens eine starke Marke, ein starker Bekanntheitsgrad verbunden mit hoher Kundenbindung, ein Monopol/eine monopolartige Stellung, hohe Wechselkosten für den Kunden, Netzwerkeffekte, (technisches) Know-how, eine starke Marktstellung oder ein sonstiger Wettbewerbsvorteil.

Wenn ein Unternehmen eines dieser Merkmale aufweist, so ist es schwer für andere Unternehmen, das Burggraben-Unternehmen anzugreifen, also seine Marktstellung durch Konkurrenzprodukte zu schwächen. Burggraben-Unternehmen sind dadurch sicherer als andere Unternehmen. Gleichzeitig steigt der Kurs von Burggraben-Aktien stärker als der von Unternehmen, die keinen oder nur einen kleinen Burggraben haben.

Nach welchen Value-Methoden bestimmen Sie den fairen Wert einer Aktie?

Ich benutze das KGV-, KGVe-, KUV-, KUVe-, Dividenden- und Discounted Cashflow-Verfahren. Das KGV-Verfahren geht auf die Wall-Street-Legenden David Dodd & Benjamin Graham (Lehrmeister von Warren Buffett) zurück. Hier wird das aktuelle KGV (errechnet aus dem Gewinn der letzten zwölf Monaten und dem aktuellen Kurs) mit dem historischen KGV-Durchschnitt verglichen (i.d.R. die letzten sieben Jahre). Starke Abweichungen aufgrund von Sondersituationen in einzelnen Jahren werden bereinigt, d.h. nicht bei der Durchschnittsbildung berücksichtigt.

Dieselbe Vorgehensweise erfolgt beim KGVe-Verfahren, bei dem das KGVe benutzt wird, das aus dem derzeitigem Aktien-Kurs und der Unternehmensgewinn-Schätzung der Analysten (Durchschnitt der Schätzungen aller Analysten der Investment-Banken) für das aktuelle Jahr verwendet wird.

Eine Aktie ist nach dem Verfahren günstig, wenn KGV und KGVe niedriger als der historische Durchschnittswert sind.

Die gleiche Vorgehensweise ergibt sich beim KUV- (Kurs-Umsatz Verhältnis), KUVe- und Dividenden-Verfahren. In einigen Situationen ist es zielführender diese Kennzahlen anstatt des KGV oder KGVe zu verwenden.

Ebenso benutze ich das Das Discounted Cashflow-Verfahren (DCF), das den fairen Wert einer Aktie u.a. anhand des geschätzten Unternehmens-Wachstumes in der Zukunft bestimmt.

Können Sie uns etwas zu Ihren guten, aber auch den schlechten Erfahrungen und Fehlern erzählen, die Sie im Lauf der Jahre gemacht haben?

Seit 2002 bin ich an der Börse und habe sehr gute Erfahrung mit den Handelsstilen Value-Investing, News-Trading und Indikatoren gemacht. Im Laufe der Jahre habe ich auf diese Weise sehr viel Geld verdient.

2013 war für mich ein schlechtes Jahr, da ich in diesem Jahr angefangen hatte im Kurzfristbereich nach Charttechnik mit engem Stop-Loss zu traden. Unter dem Strich habe ich damit viel Geld verloren, so dass ich diesen Handelsstil aufgegeben habe. Aufgrund dieser Erfahrung habe ich eine Idee davon bekommen, warum 90 % aller Trader kein Geld an der Börse verdienen.

Welchen Handelsstil verfolgen Sie heute und auf welcher Zeitebene handeln Sie?

Value-Investing, News-Trading und Indikatoren. Zeitebene: Tage, Wochen und Monate.

Was sind aus Ihrer Sicht die großen Vorteile des Value Investing?

Warren Buffett hat es vorgemacht: Man kann mit Value Investing viel Geld verdienen.

Welche Dinge bzw. Nachteile müssen Anleger akzeptieren, die dem Ansatz des Value Investing folgen möchten?

Man muss mental dazu geeignet sein, dass man kauft, wenn es an der Börse runtergeht und Aktien billig werden. Wahrscheinlich schafft das nicht jeder. Man muss auch mental geeignet sein, dass man zugreift, wenn Unternehmen in Schwierigkeiten stecken, deshalb die Angst umgeht und andere diese Unternehmen verkaufen. Das packt auch nicht jeder.

Wie funktioniert Ihr Ansatz beim Newstrading?

Beim Trading nach Pivotal News Points kauft man bei guten Nachrichten zu einem Unternehmen. Solche Nachrichten führen dazu, dass der Kurs anschließend, d.h. über Wochen und Monate, stimuliert wird, also steigt. Die Kurssteigerung an dem Tag, an dem die News veröffentlicht werden, sollte signifikant sein, also mindestens 3 % betragen. Selbst wenn der Kurs an dem Tag der Veröffentlichung schon z.B. 10 % gestiegen ist, lohnt sich noch ein Einstieg, da, wie gesagt, die guten News in den nächsten Wochen und Monaten meistens zu Kurssteigerungen führen.

Wichtig bei dieser Methode ist, dass man auf jeden Fall einen Stop Loss bei dem Kurs setzt, bevor die Nachrichten rausgekommen sind.

Warum sollten sich Menschen bei der Trading-Akademie Trademy anmelden?

Bildung ist generell wichtig und der Schlüssel zum Erfolg im Leben. Die Börse ist hochkomplex und es gibt viele Dinge, die ein Börsianer wissen muss, damit er erfolgreich wird. Ein Börsianer muss ebenso viel lernen wie z.B. ein Arzt, Rechtsanwalt, Ingenieur oder Handwerks-Meister.

Halbwissen ist vielleicht sogar das schlimmste Wissen an der Börse. Einem Börsianer mit Halbwissen ist oftmals selbst nicht bewusst, dass sein Wissen lückenhaft ist. Er verlässt sich dabei dann auf seine (ungenügenden und oftmals fehlerhaften) Kenntnisse, ohne dass es ihm bewusst ist, dass sein Handeln falsch ist, und er macht daher viele Fehler.

An der Trademy vermitteln wir das relevante Wissen über die Börse und können auch die Zeit verkürzen, die es braucht, um an der Börse erfolgreich zu sein.